Es gibt Situationen im Leben, in denen man sich denkt: „Dies mache ich nur einmal und nie wieder“. Als ich zum ersten Mal eine Häkelpuppe mit einer Audrey-Hepburn-Frisur ausstattete war das genau so eine Situation. Nun, seitdem waren erst ein paar Wochen vergangen und schon hatte ich wieder eine wollene Puppenperücke in der Hand und fragte mich, wie ich wohl die berühmte Hochsteckfrisur von Holly Golightly im Film „Frühstück bei Tiffanys“ hinbekommen könnte. Falls ihr euch auch einmal daran versuchen möchtet – dieses Mal habe ich alles im Bild dokumentiert.

Du brauchst dafür:

50g mercerisierte Baumwolle in braun (z.B. Mille Fili)

etwas weiße mercerisierte Baumwolle

einen kleinen weißen Knopf

ein handelsübliches Haarband in braun oder schwarz

einen feinen Kamm

Häkelnadel je nach Größe der Puppe (für eine ca. 35cm große Puppe habe ich Stärke 4.5 genommen)

ein wenig Geduld und viel Spaß an Friemelarbeit

Bevor es losgeht, häkelst du:

Perückenmützchen:

  1. R: 7 hStb in einen magischen Ring
  2. R: jede M verdoppen (14 hStb)
  3. R: jede 2. M verdoppen (21 hStb)
  4. R: jede 3. M verdoppen (28 hStb)
  5. R: jede 4. M verdoppen (35 hStb)
  6. – 11. R: 35 hStb

Fäden abschneiden und vernähen

braunes Haarband:

  1. R: 20 LM zu einem Ring schließen
  2. – 6. R: 2 Lm, 19 hStb

Fäden abschneiden und vernähen

Weißes Haarband:

  1. R: 36 LM anschlagen
  2. R: 33 Stb ab der 4. M
  3. R: LM, 14 FM, eine M auslassen, 5  Stb in die nächste M, eine M auslassen, 15 FM

Fäden abschneiden und vernähen, an eine Seite einen kleinen weißen Knopf annähen

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:

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Tipp vorweg: Ich arbeite am liebsten die erste Reihe an der Mütze und nähe sie dann am Kopf fest, um den Rest der Haare anzuknüpfen. Du kannst aber auch erst die Haare fertig stellen und die Perücke dann annähen oder du nähst als erstes das Mützchen fest und beginnst dann mit dem Anknüpfen. Probiere am besten aus, was dir liegt.

An das fertige Perückenmützchen knüpfst du jetzt nach und nach die Haare an. Dafür schneide die braune Baumwolle in ca 20cm lange Stücke. In der ersten Reihe knüpfst du an jede M einen Faden an. Dazu ziehst du eine Schlaufe unter den beiden Maschenschlaufen durch und holst dann die beiden Fadenenden durch die entstandene Schlaufe. Auch in der zweiten Reihe wird in jede Masche ein Faden geknüpft. Dazu stichst du mit der Häkelnadel jeweils um ein halbes Stäbchen herum, ziehst den Faden durch und holst dann die Fadenenden durch die neue Schlaufe. In jede weitere Reihe wird nur um jede 3. M ein Faden geknüpft (siehe Bild 2). Auf diese Weise wird die Haarpracht zwar dicht, aber nicht allzu schwer. Damit die Haare nicht stränig aussehen, wie in Bild 3, musst du sie mit dem feinen Kamm vorsichtig, aber gründlich durchkämmen. Diese Arbeit ist sehr mühselig, denn die Wolle gruppiert sich immer wieder zu Büscheln zusammen. Darum wird es mehrere Durchgänge brauchen, bis die Haare dicht und natürlich aussehen, wie in Bild 4. Am Ende knüpfst du noch 5 – 6 kurze kurze Fäden als Ponyfransen an den vorderen Rand und kämmst diese ebenfalls aus.

Ist diese Arbeit erledigt, geht es ans frisieren:

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Fasse die Haare zu einem hohen Zopf zusammen. Lasse dabei je eine Strähne rechts und links vom Kopf draußen. Befestige den Zopf mit einem Wollfaden. Ziehe den Zopf dann durch das braune Haarband. Etwa in der Mitte des Haarbandes wird wieder ein Wollfaden umgebunden und festgeknotet. Schneide die Haare etwa 3cm über dem Ende des Haarband gerade ab (siehe Bild 1). Verteile die Haare gleichmäßig in alle Richtungen (wie in Bild 2). Klappe die obere Hälfte des Haarbands um. Lege die Haare jetzt um das Haarband herum und stopfe die Enden unter den oberen Rand vom braunen Haarband, sodass sie in der Mitte der beiden Haarbandhälften verstaut sind. Wie du in Bild 3 siehst, sieht das noch nicht ganz gleichmäßig aus, da ein paar Haarenden immer wieder herauskrabbeln. Darum wickelst du am besten ein handelsübliches Haargummi um die Haarende, wie in Bild 4 zu sehen ist.

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Lege jetzt das weiße Haarband um den Knoten und knöpfe es hinten zu. Nimm dann eine der Seitensträhnen, kämme sie glatt nach oben und lege sie schräg über den Kopf wie in Bild 1 (und 3). Die Enden werden unter das weiße Haarband gelegt. Das gleiche wiederholst du für die zweite Strähne (siehe Bilder 2 und 4). Am Ende kämmst du die Ponyfransen mit einem nassen Kamm in Form und bestreichst die Frisur auch insgesamt mit einer dünnen Schicht Wasser. Die nassen Fäden können noch einmal nachfrisiert werden – falls hier und da ein Ende rauslugt, kannst du es jetzt anlegen. Dann zum Trocknen auf die Heizung legen. Fertig:

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